DIT & DAT

 

Varroa-Behandlung im Frühjahr

10. März 2008

Infobrief 2/2008 – aus aktuellem Anlass

Liebe Info-DienstteilnehmerInnen!

Die Bienenzuchtberater Herr Eich und Herr Lau und ich möchten aus aktuellem Anlass auf die folgenden Punkte hinweisen:

In den letzten Tagen mehren sich Nachfragen aus der Imkerschaft, wie die Völker, die bislang den Winter 2007/2008 überlebt haben, jetzt durch eine medikamentöse Behandlung noch von Varroamilben befreit werden könnten.

Dazu fällt die Antwort eindeutig aus: wenn Sie in diesem Jahr von Ihren Völkern Honig ernten und vermarkten wollen, dann verbietet sich jetzt jeglicher Varroazid-Einsatz!

Diese Behandlungen wären darüber hinaus auch alle (unabhängig vom Behandlungsmittel) überhaupt nicht wirksam, da die Völker allesamt in Brut sind!

Die Bienenzuchtberater beschreiben den Zustand der Völker zum jetzigen Zeitpunkt aus ihren eigenen Beobachtungen in der Praxis wie folgt und raten:

Über 90 % aller Bienenvölker brüten auf drei bis vier handgroßen Brutflächen,

- einräumige Völker sind schon sehr begrenzt in der Futtermenge und müssen auf ausreichenden Futterstand kontrolliert werden. Hierzu langt eine Hebekontrolle.

- Eine Futterstandssaufbesserung erfolgt am besten durch Ausgleich von Futterwaben der Völker eines Standortes. Es gibt oftmals Völker auf dem eigenen Stand, die noch überschüssige Vorräte haben, andere, die längst am Hungertuch nagen.

- Zurzeit verbrauchen einräumige Völker 100 g Futter/Tag. Eine zugehängte volle Futterwabe bietet maximal eine Futtergarantie von zwei Wochen.

- Flüssigfütterungen als Futterstandsergänzungen sollten zurzeit lediglich die Notlösung sein, wenn man über keine Futterwaben verfügt und den Tod der Völker durch Nichtstun vermeiden will. Diese Art der Fütterung kann nämlich zum jetzigen Zeitpunkt dazu führen, dass ein Teil der Bienen zum Stock hinausgetrieben werden und so bei kühlem Wetter unwiederbringliche verloren gehen.

- keinesfalls sollten die Futterwaben aus abgestorbenen Völkern verwendet werden!“.

Wird zurzeit durch Windelkontrollen eine hohe Varroabelastung festgestellt, oder erwägen Sie eine „Sicherheits-Behandlung“, so ist von dieser Vortrachtbehandlung mit Varroaziden auch schon deshalb unbedingt abzuraten, da sonst einer Resistenz-ausbildung bei den Milben Vorschub geleistet wird.

Besser geeignet und wesentlich effizienter im Wirkungsgrad sind jetzt biotechnische Maßnahmen, die je nach Witterungsentwicklung und geographischer Region in Deutschland schon alsbald von Ihnen umgesetzt werden müssen:

1.) (Drohnen-)Baurahmen früh einsetzen,

+ 2.) frühe Brutablegerbildung,

+ 3.) separater Jungvölkerstand,

+ 4.) effiziente Varroa-Behandlung der Ableger.

Die Bienenzuchtberater weisen darauf hin: „dass der Baurahmen zur Zeit der Weidenblüte eingesetzt werden kann. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Wachsbrücken über den Rähmchen neues helles Wachs anzeigen. Der Baurahmen wird in Kontakt zum Brutnest eingesetzt, d.h.

- beim Kaltbau(Imker): links oder rechts an das Brutnest,

- bei Warmbau(Imker) ist zu beachten dass der Baurahmen vor das Volk in der Beute kommt. Er sitzt zwischen Volk und Flugloch in Kontakt zur Brut. Keinesfalls darf er hinter das Volk zu sitzen kommen, da er das Volk bei Kälteeinbrüchen vom Futter abschneidet“.

Wichtig ist natürlich den eingehängten Baurahmen auch rechtzeitig wieder aus den Völkern herauszunehmen, da ja hierüber Varroamilben aus den Völkern abgeschöpft werden sollen, statt viele Varroamilben produzieren zu lassen.

Der richtige Erntezeitpunkt für die Entnahme des ersten Baurahmens lässt sich mit einem Blick durch die Folie erfassen. Die Bienenzuchtberater sagen hierzu: „Wenn die Verdeckelungen der Drohnenzellen über das Rähmchenholz sichtbar herausragen, kann der Rahmen auch bei Teildeckelungen entnommen werden. Eine Entsorgung (Einschmelzen) kann durch Einfrieren verschoben werden, bis der Sonnenwachsschmelzer wieder aktiviert ist“.

Wir freuen uns zusammen mit Ihnen auf die längst begonnene Bienensaison 2008! Die Varroa-Eindämmung und die später nach der letzten Honigernte folgende Varroa-Bekämpfung werden in diesem Jahr sehr wichtig bleiben. Denn trotz erhöhter Völkerverluste sind nicht alle vorhandenen Varroamilben gleichsam abgestorben – haben Sie also weiterhin die Varroamilbe in Ihren Völkern im Blick! Wir werden Sie daran immer wieder gerne erinnern wollen.

Mit den besten Grüßen

i.A.

BZB Guido Eich

BZB Wulf-Ingo Lau

Dr. Otto Boecking______________________________________________________________________

 

Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Institut für Bienenkunde Celle - Sekretariat

Herzogin-Eleonore-Allee 5

D-29221 Celle

05141-90503-40 (Telefon)

05141-90503-44 (Fax)

kathrin.halanke@laves.niedersachsen.de

www.laves.niedersachsen.de

 

 
 
 
 
 
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NWZ vom 31.12.07      klicke hier

 

 
  SÜSSES PFLASTER

„Medihoney", ein Honig, der Wunden besser heilen lässt, wurde bis jetzt nur in Kliniken verwendet. Demnächst ist er such für die Selbstbehandlung zum Beispiel von Schürfwunden in der Apotheke erhältlich. Dr. Ralph Hanano, biomedizinischer Berater von .,MedihoneY', erklärt, wie das Honig-Pflaster wirkt.

Wie wirkt der Honig ?

Wegen seines hohen Zuckergehalts entzieht Honig dem Gewebe Wasser. Dabei werden Schmutz und Bakterien aus der Wunde gespült. Spezielle Bienen-Enzyme wirken antibakteriell und unterstützen zusätzlich den Heilungsprozeß.

Hilft jeder Honig bei Verletzungen ?

Die meisten Honigsorten aus dem Supermarkt sind pasteurisiert. Die Bienen-Enzyme und weitere antibakterielle Substanzen werden dabei zerstört. Nur die hohe Zuckerkonzentration hilft noch etwas.

Was ist an „Medi-Honey" besonderes ?

Er besteht aus einer Mischung von Honigsorten, die auf unterschiedliche Weise antibakteriell wirken. Zudem wird er kalt geschleudert, sodass die Bienen-Enzyme erhalten bleiben. Und: „Medi-Honey" ist für medizinische Zwecke zugelassen, durchläuft also spezielle Kontrollen.

 

 

NWZ vom 7. Juni:

Nascherei am summenden Honigtopf

     
 
Info: Berufsgenossenschaft